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Genau hinhören – Betrug mit Anrufen von vermeintlichen Notarkanzleien

Betrug mit Anrufen

publiziert am 01/07/2023

Immer wieder fallen Menschen auf Telefonbetrüger herein, welche zum Abruf einer Gewinnsumme oder für die Entlassung von Angehörigen aus einem Arrest im Voraus die Zahlung einer Geldsumme fordern. Inzwischen geben sich Betrüger auch als Notare oder Notarangestellte aus, um auf diese Weise das Vertrauen der Angerufenen zu gewinnen. Etwa gezahlte Geldbeträge sind dann meist endgültig verloren.

Offizieller Anschein durch angebliche Beteiligung eines Notars

Wir Notare betreuen Angelegenheiten, die ein besonderes Vertrauensverhältnis verlangen. Als Träger eines öffentlichen Amtes bieten wir unabhängige und unparteiliche Vertragsgestaltung und sind aufgrund unserer Pflicht zur Verschwiegenheit auch im besonderen Maße Vertrauensperson. Die notarielle Tätigkeit gewährleistet Rechtssicherheit sowie Rechtsfrieden und schützt rechtsunerfahrene Personen.

Leider ist diese besondere Vertrauensstellung auch Trickbetrügern bekannt, die sich in verschiedenen Betrugsmaschen als Notar ausgeben. Die Betrügereien laufen meist nach einem bestimmten Muster ab: Potenzielle Opfer erhalten den Anruf eines angeblichen Notarbüros und sollen unter einem Vorwand Zahlungen leisten. Die vorgegebene Beteiligung eines Notars erzeugt dabei eine besondere Glaubwürdigkeit gegenüber dem potenziellen Betrugsopfer; die telefonische Kontaktaufnahme erschwert die Überprüfung der Echtheit zusätzlich.

Häufige Betrugsmaschen

In den Telefonaten täuschen die kriminellen Betrüger beispielsweise den Anruf eines angeblichen Notarbüros vor, das über einen vermeintlichen Gewinn informiert. Sie verweisen auf (gefälschte) Internetseiten eines angeblichen Notars, um zweifelnde Bürger von ihrer Betrugsmasche zu überzeugen.

Die Angerufenen werden in diesem Zusammenhang aufgefordert, Vorabzahlungen zu leisten, um den Gewinnbetrag ausgezahlt zu bekommen. Gezahlte Beträge sind dann häufig für immer verloren. Rechtsunerfahrene Bürger wissen oft nicht, dass Notare keine Gebühren über das Telefon erheben, sondern nur durch eine amtlich unterschriebene Kostenrechnung.

In besonders dreisten Fällen wird den Angerufenen vorgetäuscht, dass nahe Angehörige z. B. einen
Verkehrsunfall verschuldet hätten und in Arrest genommen worden wären. Eine Entlassung des Angehörigen sei nur bei Zahlung eines baren Geldbetrages möglich. Für die Übergabe wird die Adresse eines tatsächlich existierenden Notarbüros angegeben. Vor Ort erscheint dann ein vermeintlicher Mitarbeiter, der vorgibt, das Geld im Auftrag des Notars in Empfang zu nehmen. Die Entgegennahme von Bargeld ist Notaren aber gesetzlich untersagt! Auch hier dient der Vorwand einer Notar-Beteiligung ausschließlich dazu, die notarielle Vertrauensstellung zu missbrauchen.

Wie kann man sich schützen?

Sobald Zweifel an der Echtheit einer behaupteten notariellen Beteiligung aufkommen, wenden Sie sich gern an uns oder an die Notarkammer. Gehen Sie nicht auf Geldforderungen ein und geben Sie keine persönlichen Daten preis, insbesondere keine Kontodaten oder Kreditkartennummern. Informieren Sie ggf. die Polizei. Darüber hinaus stellt die Bundesnotarkammer einen Bürgerservice auf den Internetseiten www.notar.de zur Verfügung. Dort sind abschließend alle amtlich bestellten Notarinnen und Notare aufgelistet und können mit ihren jeweiligen Kontaktdaten eingesehen werden.

Bleiben Sie wachsam!

Ihre
Notare Bergstraße

Quelle: Bayerischer Notarverein

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